20 Jahre LILA LOGISTIK Charity Bike Cup – und alle feierten in Ditzingen-Heimerdingen mit. 15.000 Zuschauer, 1500 Hobby-Radsportler, 175 Teilnehmer bei den Kinderrunden sowie viele Stars aus Sport, TV und Show. Das Beste daran: eine Spendensumme von 80.000 Euro für Kinder in Not.
Stolzes Jubiläum
Historiker erinnern sich noch an die Premiere des LILA LOGISTIK Charity Bike Cups 2007 in Weil der Stadt. Mit dabei waren ein paar prominente Radsportler, 700 Teilnehmer und eine Menge Regen. Die schon damals beachtliche Spendensumme: 35.000 Euro. Bei der 20. Auflage am Samstag sah die Bilanz folgendermaßen aus: Eine Menge Stars aus Sport, TV und Show, 1500 Teilnehmer (ausgebucht!) und so viel Sonne, dass Glatzenträger lieber schnell in den Schatten flüchteten. Die Spendensumme: 80.000 Euro. Gründer Heinz Betz vom Veranstalter MA6LIA N3RA gGmbH sagt: „Diese Entwicklung macht uns stolz.“ Zu Recht.
Tempomacher
In erster Linie ging es darum, Kindern in Not zu helfen. In zweiter Linie, Spaß zu haben. Aber morgens beim LILA RACE über vier Runden á 19,1 Kilometern ging es für die Ambitionierteren auch darum, möglichst schnell zu sein. Am besten gelang das bei den Männern Marvin Schmid, der sich im Sprint knapp vor Wilhelm Buchmüller und Nils Weisser durchsetzte. Seine Siegeszeit für die 57,3 Kilometer (die erste Runde wurde neutralisiert): respektable 1:20:22 Stunden. Bei den Frauen gewann Fiona Klinner (1:24:34) vor Lisa Neurauter und Veronika Krolova.
Mr. Rock ‘n‘ Roll
Bei der LILA TOUR am Mittag über drei Runden ging es deutlich entspannter zu. Der beste Beweis: Teamkapitän Stefan Steinweg, 1992 Olympiasieger in der Mannschaftsverfolgung, ging mit einem Lasten-Fahrrad auf die Strecke – aus gutem Grund. Wie sonst hätte er die Musikbox transportieren sollen? Ein Konzept, das auch die Rodel-Olympiasiegerin Dajana Eitberger begeisterte. Vor allem in Kombination mit der Aussicht, zwischendurch eine 15minütige Kaffeepause einzulegen: „Das hat mich überzeugt“, berichtet sie lachend über ihre erste Teilnahme.
Alle(s) für die gute Sache
Stars, Hobby-Radsportler, Zuschauer, Sponsoren, Unterstützer und Organisatoren trugen einen Wettkampf aus, wer die beste Laune hatte. Das Ergebnis: unentschieden. Einen nicht ganz unerheblichen Anteil an der guten Stimmung hatte natürlich der Spendenscheck, insgesamt kamen 80.000 Euro zusammen. Die Summe geht über STAR CARE e. V. an karitative Einrichtungen in der Region wie beispielweise die Familienherberge Lebensweg, den Mukoviszidose Landesverband BW, den Kinder- und Jugendhospizdienst Leonberg, die Para Sport Akademie MTV Stuttgart sowie den Verein Nierenkinder Stuttgart. Beeindruckend: Seit der Erstaustragung 2007 sind bereits 900.000 Euro für den guten Zweck zusammengekommen.
Prominente Premiere
Die meisten Stars beim LILA LOGISTIK Charity Bike Cup sind Wiederholungstäter. Auf die Frage, wie oft sie schon dabei waren, war ein Großteil der Prominenten kurz davor, einen Taschenrechner zu Rate zu ziehen. Zu den Stammgästen zählen unter anderen Tatort-Kommissar Richy Müller und Fußball-Weltmeister Guido Buchwald, der versprach: „Ich bin dabei, so lange die Beine mitmachen.“ Zum ersten Mal am Start war Magdalena Neuner, die zu den ganz Großen im deutschen Sport zählt. In ihrer Karriere gewann sie zwölf WM-Medaillen, feierte zwei Olympiasiege und wurde dreimal zur Sportlerin des Jahres gekürt – der absolute Ritterschlag. Die Teilnahme-Akquise lief denkbar einfach. Ihre ehemalige Biathlon-Kollegin Simone Hauswald, ebenfalls regelmäßig beim LILA LOGISTIK Charity Bike Cup dabei, rief sie an und berichtete: „Das ist so schön und nett.“ Magdalena Neuners Antwort: „Alles klar, dann komme ich.“ Bereut hat sie es nicht: „Ich kann Simone nur Recht geben.“
Heimerdingens Antwort auf Aple d‘Huez
Radsportfreunde wissen: Manchmal ist ein Berg mehr als nur irgendeine Erhebung. Manchmal ist ein Berg ein Mythos. So wie der Col du Heimerdingen, die selbstbewusste Antwort des Strohgäus auf Alpe d’Huez. Kurz vor dem Ziel, 1,42 Kilometer lang, 72 Höhenmeter mit einer durchschnittlichen Steigung von 5,1 Prozent. Iris Kurz, die mehrmalige Weltmeisterin im Einer-Kunstradfahren, gestand vor dem Startschuss auf Nachfrage lachend: „Der Berg bereitet mir große Sorgen.“
Kinder an die Macht
Es ist alljährlich der emotionale Höhepunkt der Veranstaltung: die Stadtwerke Ditzingen Kindergarten- und Grundschulkinderrunde. Insgesamt 175 Kids machten sich auf die kleine Runde – mit Rennrad, Kinderrad, Laufrad und zu Fuß. Mehr Startplätze gab es übrigens nicht.
Spektakel abseits der Strecke
Auch, wer nicht selbst aufs Rad steigen wollte, hatte eine gute Zeit. Insgesamt kamen über den ganzen Tag verteilt ca. 15.000 Zuschauern an die Strecke. ihnen wurde im Start- und Zielbereich eine Menge geboten: ein VfB-Stand mit Torwand und Fritzle, dem legendären Club-Maskottchen, die ADAC Hüpfburg, ein ADAC Formel-1-Simulator, das Spielmobil der Stadt Ditzingen, ein Fahrrad-Übungsparcours von German Cycling, eine große Tombola von STAR CARE e. V. sowie eine EXPO mit vielen Ausstellern. Besondere Höhepunkte waren die Trial-Vorführung mit Nina Reichenbach & Oliver Widmann sowie eine Zaubershow. Live verfolgt werden konnte das Renngeschehen via Drohnen-Übertragung auf einer LED-Wand, dazu gab es immer wieder Live-Interviews.
Fleißige Helfer
Michael Müller vom Hauptsponsor Müller – Die lila Logistik SE ist mit seinem Unternehmen seit 2008 Namensgeber der Veranstaltung. Auch er war am Samstag natürlich bester Laune – und vergaß nicht, diejenigen zu erwähnen, die eher selten im Vordergrund stehen: „Eine fabelhafter Veranstaltung mit vielen Helfern.“ Insgesamt 250 an der Zahl. „Ohne Sie“, sagt auch Patrick Betz vom Veranstalter MA6LIA N3RA gGmbH, „wäre so eine Veranstaltung gar nicht möglich.“
Die alte Solitude-Rennstrecke ruft wieder
Es ist gute Tradition, dass der LILA LOGISTIK Charity Bike Cup alle zwei Jahre in Ditzingen-Heimerdingen stattfindet. Heißt im Umkehrschluss: Nächstes Jahr ist der Veranstaltungsort ein anderer. Aber einer, den man seit 2025 kennt – und der bei den Teilnehmern für glänzende Augen sorgte: Es geht wieder auf die alte Solitude-Rennstrecke mit Start und Ziel am Glemseck in Leonberg. Möglich macht dies auch die Unterstützung des ADAC Württemberg, dessen Vorsitzender Michael Saur sagt: „Wir freuen uns sehr, Teil dieser tollen Veranstaltung zu sein.“ Die Freude beruht ganz auf Gegenseitigkeit.