Chronik 2007–2026
20 Jahre Charity Bike Cup
Ein Junge aus Bad Cannstatt bekommt ein Rennrad geschenkt. Fünfzig Jahre später fahren am 3. Oktober 1.500 Menschen für Kinder in der Region. Das ist die Geschichte dazwischen.
1960erBad Cannstatt
Fünfzig Pfennig pro Training
Heinz Betz wächst in Bad Cannstatt auf, im Milchladen seiner Mutter und Großmutter. Er will Rennfahrer werden, doch für ein Rennrad fehlt das Geld. Also sammelt er auf dem Trainingsplatz des VfB Stuttgart die Bälle ein, fünfzig Pfennig pro Training. Zwei Jahre spart er.
Am ersten Tag wird das Rad gestohlen. Wenige Wochen später schenkt ihm die erste Mannschaft des VfB ein neues.
„Aus dir soll etwas werden.“
1980Giro d’Italia
Das schwarze Trikot
Heinz Betz fährt den 63. Giro d’Italia und ist in Mailand der letzte Träger der Maglia Nera – des schwarzen Trikots für den Letzten der Gesamtwertung. Es stand nie für Scheitern, sondern für die, die trotz allem ankommen. Beim Mailänder Sechstagerennen steht die Halle später für ihn auf. Nicht für einen Sieg, sondern fürs Ankommen.
Das Trikot hat eine eigene Tradition: Giovanni „Nani“ Pinarello gewann es 1951 – und baute aus der Abfindung, mit der er ein Jahr später aus dem Giro-Kader wich, eine kleine Werkstatt in Treviso auf. Daraus wurde Pinarello. Aus dem letzten Platz kann ein Anfang werden.
Der Gedanke bleibt: Wer ankommt, hat gewonnen. Vierzig Jahre später gibt das Trikot der Gesellschaft ihren Namen – und die 63 ihre Schreibweise: MA6LIA N3RA.
2006Liederhalle Stuttgart
Was die Kunst kann, kann der Radsport auch
STAR CARE e.V. lädt Heinz Betz zu einer Benefiz-Gala in die Liederhalle ein. Fools Garden, PUR und die John Cranko Schule stehen auf der Bühne. Heinz rechnet als Eventprofi durch und kommt zu dem Schluss, dass nichts übrig bleiben kann.
Volker Stauch erklärt ihm den Abend: Alle Künstler:innen treten ohne Gage auf, die Hallenmiete ist gestiftet. Auf dem Heimweg steht die Idee.
2007Weil der Stadt
Die Premiere und eine Entscheidung
Am 3. Oktober 2007 startet in Weil der Stadt die erste Ausgabe des Events, das heute LILA LOGISTIK Charity Bike Cup heißt. 35.000 € kommen zusammen und gehen an Einrichtungen für Kinder in der Region.
Am Start ist auch ein Radprofi, der nach einem Dopingfall zum ersten Mal wieder öffentlich fährt. Der damalige Titelsponsor lehnt das ab. Die Veranstalter bleiben bei ihrer Haltung: Wer sich für Kinder in Not einsetzen möchte, ist willkommen. Der Sponsor steigt aus, 2008 auch der Austragungsort.
2008Frauenkreuz bei Leonberg
Der lila Radler
Ohne Titelsponsor schreibt Heinz Betz an LILA Logistik und bekommt eine Absage. Wochen später sieht er am Frauenkreuz einen Radfahrer, komplett in Lila. Er schreibt noch einmal, diesmal direkt an Michael Müller. Die Antwort kommt nach dreißig Minuten.
„Das war ich.“
Daraus wird ein erstes Gespräch und eine Partnerschaft, die seit 2008 den Namen trägt: LILA LOGISTIK Charity Bike Cup.
2009Ditzingen-Heimerdingen
Ein Zuhause und sieben weitere Orte
2009 fährt der LILA LOGISTIK Charity Bike Cup zum ersten Mal in Ditzingen-Heimerdingen. Seither wechselt der Start zwischen Heimerdingen und Kommunen in der Region. Eine Regel gilt überall: Der Erlös bleibt dort, wo gefahren wird.
- 2007Weil der Stadt
- 2008Weil der Stadt
- 2009Heimerdingen
- 2010Besigheim
- 2011Heimerdingen
- 2012Deckenpfronn
- 2013Heimerdingen
- 2014Heimerdingen
- 2015Marbach am Neckar
- 2016Heimerdingen
- 2017Lorsch (Hessen)
- 2018Heimerdingen
- 2019Marbach am Neckar
- 2020Heimerdingen
- 2021Gäufelden-Öschelbronn
- 2022Heimerdingen
- 2023Marbach am Neckar
- 2024Heimerdingen
- 2025Leonberg, Solitude
- 2026Heimerdingen
Ditzingen-Heimerdingen · Fester Termin: 3. Oktober (2020: 4. Oktober)
2011Weissach im Tal
Die nächste Generation
Patrick Betz übernimmt die Projektleitung. 2020 findet der LILA LOGISTIK Charity Bike Cup trotz Pandemie statt, einmalig am 4. Oktober. 2021 wird aus dem Familienunternehmen auf seine Initiative eine gemeinnützige Gesellschaft.
Seit 2024 heißt sie MA6LIA N3RA gGmbH, gemeinsam geführt von Heinz und Patrick Betz. Der Name erinnert an das schwarze Trikot von 1980, die 6 und die 3 an den 63. Giro, bei dem Heinz es trug. Und an das geschenkte Rennrad: Mit dem Projekt MA6LIA N3RA° gibt die Gesellschaft Kindern Räder, die sich keins leisten können.
„Ein Rad kann die Welt nicht verändern, aber für ein Kind kann es eine Welt bedeuten.“
2025Solitude-Rennstrecke
1.500 am Start, 200 Kinder, 80.000 €
Zum ersten Mal führt die Strecke über die Solitude-Rennstrecke bei Leonberg. 1.500 Teilnehmende fahren LILA RACE und LILA TOUR, 200 Kinder drehen ihre eigenen Runden. Die Spendensumme des Tages: 80.000 €.
20263. Oktober · Ditzingen-Heimerdingen
Die 20. Ausgabe
Am 3. Oktober 2026 findet der LILA LOGISTIK Charity Bike Cup zum 20. Mal statt, zum zehnten Mal in Ditzingen-Heimerdingen. LILA RACE führt über 76 km, LILA TOUR über 57 km. Das Spendenziel liegt bei über 80.000 €.
Der Junge aus dem Milchladen steht an diesem Tag am Start. Der Kreis schließt sich, und er fängt neu an.
820.000 € in 19 Ausgaben
Die Spendensumme seit 2007, kumuliert. Alle Beträge stammen aus dem Startgeldanteil, Einzelspenden und der Tombola. STAR CARE e.V. bringt sie zu den Einrichtungen.
- 820.000 €Spenden seit 2007, Stand 18.09.2026
- über 100Einrichtungen für Kinder in der Region
- 40 €aus jedem Startgeld gehen in den Spendentopf
- 20Ausgaben am 3. Oktober, seit 2007
Wohin das Geld geht, zum Beispiel
- Baby-Notarztwagen
- Familienherberge Lebensweg
- Kinder- und Jugendhospizdienst
- Para Sport Akademie MTV Stuttgart
- Nierenkinder Stuttgart
- Mukoviszidose Landesverband
Wie das funktioniert
Der LILA LOGISTIK Charity Bike Cup steht auf zwei Säulen, die bewusst getrennt bleiben.
Partner und Kommunen tragen den Tag
Titelsponsor Müller – Die lila Logistik, weitere Partner und die jeweilige Austragungskommune finanzieren Strecke, Sicherheit, Zeitnahme und Organisation. Dafür erhalten sie Sichtbarkeit und einen Tag, der ihre Region bewegt.
Die Menschen spenden
40 € aus jedem Startgeld, Einzelspenden und die Tombola des Charity Bike Club e.V. bilden den Spendentopf. STAR CARE e.V. bringt jeden Euro zu den Einrichtungen und legt offen, was damit geschieht.
Ohne sie fährt niemand
Kapitän:innen begleiten die Gruppen ohne Gage. Hunderte Helfer:innen sichern Kreuzungen, geben Verpflegung aus und bauen auf und ab. Vereine, Kommunen und Firmenteams stellen Menschen, Material und Zeit. Zwanzig Jahre lang, jedes Jahr am 3. Oktober.
Die nächsten zwanzig Jahre
Vier Wege, Teil davon zu werden.
Radfahren & Gutes tun!